Die Beschreibung von Bohrungen bzgl. der Petrographie, Stratigraphie und Genese in BoreholeML wird von der AG Geologie in der Geologischen Kartieranleitung festgelegt. Historisch haben sich in den Ländern unterschiedliche Verkürzelungssysteme zur digitalen Speicherung entwickelt. In Niedersachsen wurde das Erfassungs- und Speicherformat SEP3 (Schichterfassungsprogramm Version 3 zusammen mit dem Fachvokabular aus dem Symbolschlüssel Geologie) entwickelt. Gemeinsam mit anderen staatlichen Geologischen Diensten (SGD) wird das Format weiterentwickelt. Zusammen mit großen Datenlieferanten und Softwaredienstleistern wird es in den folgenden Ländern als allgemeines Austauschformat genutzt:
- Baden-Württemberg
- Berlin
- Brandenburg
- Bremen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Saarland
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
Die Verwaltung und Speicherung der Bohrungsdaten in Bayern sind Teil einer zentralen Datenbank des Bayerischen Bodeninformationssystems (BIS). Bohrungen werden hier mit umfangreichen Begriffslisten zu wesentlichen Themen wie Stratigraphie, Petrographie und Genese beschrieben.
In Hamburg werden Bohrdaten in einer Bohrungsdatenbank unter Nutzung des Bohrdatenformats SEP1 vorgehalten und mithilfe der Anwendung BohrIS (Bohrdaten-Informations-System) verwaltet.
Digitale Bohrdaten in Hessen werden beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie im Rahmen des Fachinformationssystems Geologie in einer eigenen Bohrdatenbank (BDH) vorgehalten.
Informationen zu Bohrungen und Aufschlüssen in Nordrhein-Westfalen werden in der „Datenbank Aufschlüsse und Bohrungen“ (DABO) des Geologischen Dienstes NRW erfasst, bearbeitet und digital vorgehalten.
Die systematische Erfassung von Bohr- und Aufschlussdaten in Rheinland-Pfalz erfolgt beim Landesamt für Geologie und Bergbau in einer proprietären Datenbank.
In Sachsen kommt für die Erfassung von Bohrdaten, Sondierungen und anderen Untersuchungen zum geologischen Untergrund beim Langesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie die Software UHYDRO zum Einsatz, welche ein eigenes Aufschlussdatenmodell und Wortgut bedient.
BoreholeML als gemeinsames Austauschformat
Die Anforderungen an die länderspezifischen Datenbanken haben sich über die Zeit verändert und an die spezifischen Fragestellungen der geologischen Dienste angepasst. Für die Verwendung von Bohrungsdaten in einem länderübergreifenden Kontext ist daher ein eigenes, vereinfachtes System notwendig.
Um die Bohrdaten einheitlich darzustellen und untereinander auszutauschen haben die Länder gemeinsam mit der BGR BML entwickelt, das mittlerweile in der Version 3.2 vorliegt. Aktuell existiert ein Konverter von SEP3 zu BML, der für die anderen Beschreibungssysteme weiterentwickelt werden soll.